Heimat
(Die Wiege meiner jungen Jahre)

Casaseca de las Chanas nennt man das Dorf.

Unauffällig und verloren in dem weiten Land des Weines wurde Casaseca de las Chanas vor lange Zeit von der "Mutter Kastilien" geboren.

Seitdem das Leben in diesem Ort begann, werden seine Einwohner in stetem Rhytmus von der Sonne und dem Mond, von Sommern und Wintern, von Tagen und Nächten, von Grillen und Vögeln und von Blumen und Schmetterlingen begrüßt.

An der Nähe der Ortschaft fließt der Duero vorbei: "Ermüdet und ausgereift" strebt der Fluss durch den historischen Boden des alten Kastilien auf die alte Stadt Zamora zu.

In der Stunde meiner Geburt, fängt die Uhr meines Lebens in dieser idyllischen Ortschaft an zu ticken. In dieser kleinen und überschaubaren Welt verteilen sich knapp Tausend Einwohner,die meisten sind Bauern mit einfachen Lebensgewohnheiten.

An der Hand meines Vaters habe ich von Anbeginn meines Lebens eine glückliche Kindheit und unvergessene Eindrücke dieses kleinen Kosmos erlebt: Das Ackerland des Dorfes, den blauen Himmel im Mai, die sich weithin erstreckenden grünen Bäume, die Ernte der Winzer, den Sonnenaufgang am Morgen und den Sonnenuntergang in der Abenddämmerung, die schrillen Töne der Grillen und die magischen Nächte mit einem friedlichen Himmel voller Sterne, der sich schützend als Himmelszelt über unsere Ortschaft spannt.

Von diesen Eindrücken wurde mein Leben als Kind so sehr geprägt, dass sich viele dieser Erfahrungen in meinen Bildern und Arbeiten wiederfinden.

Die Motive meiner ersten Zeichnungen, die ich als Kind in der Grundschule fertigte, waren von diesen Kindheitseindrücken stark beeinflusst. Viele davon sind in meinem photographischen Gedächtnis gespeichert und werden mit Pinsel und Farbe auf die Leinwand zurückgeholt.

Casaseca de las Chanas, dessen Häuser sich am Fuß der monumentalen Kirche "San Juan Bautista", ist der Ort, in dem ich wurzel und wo ich die ersten unauffälligen Schritte hin zur Malerei gegangen bin.

Für dieses Schicksal bin ich heute unendlich dankbar.